Familienleben + COVID-19

Im weiteren finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Familie, Covid-19 Krise und wie Sie die Herausforderung als Familie gut bewältigen können. Durch klicken auf die Überschrift werden die Antworten eingeblendet (Diese Seite wird beständig erweitert und aktualisiert).

einblenden Alltag zu Hause – Was können wir tun, damit wir einen guten Familienalltag haben?

Sie fragen sich: „Wie kann ich in der aktuellen Krisensituation so gut es geht den Alltag aufrechterhalten? Ist das überhaupt sinnvoll? Überall herrscht der Ausnahmezustand: Die Kinder gehen nicht in die Schule, gewohnte Verabredungen fallen weg und die üblichen Nachmittagsaktivitäten sind nicht mehr möglich. Und dabei haben wir ja keine Ferien. Dürfen wir da einfach so in den Tag hinein leben?“

In der aktuellen Situation sind die gewohnten Alltagsstrukturen aufgebrochen und wir nehmen wahr, dass es uns an Orientierung fehlt. Viele liebgewonnene Gewohnheiten und Tätigkeiten müssen wir aufgeben und selbst das, was wir sonst möglicherweise lästig finden, scheint jetzt zu fehlen. Wir befinden uns in einem Zustand, der auf der einen Seite viele neue Regeln und Einschränkungen mit sich bringt und auf der anderen Seite auch viel Freiheit aufweist.

Es ist nicht leicht, sich in dieser Situation zurechtzufinden und den Alltag für sich und die Familie sinnvoll zu gestalten. Es müssen neue Strukturen gefunden werden.

Gewohnte Abläufe bieten Sicherheit und stärken das Vertrauen, dass irgendwann auch wieder Normalität einkehren wird. Auch wenn zur Zeit viele gewohnte Tätigkeiten, Tagesabläufe und Termine entfallen, können Sie für sich und Ihre Familie bestimmte Dinge aufrecht erhalten, andere anpassen. Es gilt hier bewusst damit zu experimentieren, wie viel an alten Gewohnheiten aufrecht erhalten werden kann und soll und wo sich auch neue Gewohnheiten etablieren dürfen. Hier bietet sich auch die Chance, neue Erfahrungen zu machen und daran zu wachsen.

Konkret heißt das: Überlegen Sie gemeinsam als Familie, wie ihr Tag aussehen kann. Bleibt man bei der gewohnten Zeit des Aufstehens und Frühstücks oder gönnt man es sich, länger zu schlafen (so denn alle Familienmitglieder zu Hause bleiben)? Wenn nicht mehr alle pünktlich das Haus verlassen müssen, kann man die Zeit nutzen, um in Ruhe miteinander zu frühstücken und zu besprechen, wie der Tag ablaufen kann.

Geben Sie sich und Ihren Kindern eine Struktur, indem Sie den Tag einteilen und miteinander vereinbaren, wann z.B. Lernzeiten eingerichtet werden und Schulaufgaben gemacht werden, wann sie gemeinsame Zeit verbringen können und wollen und auch, wann jeder eine Auszeit nehmen darf. Das heißt nicht, dass Sie sich immer genau an alle Zeiten halten müssen. Es geht darum, Orientierung zu geben und Sicherheit zu vermitteln. Miteinander zu besprechen, wie der Tag gestaltet werden kann, heißt auch, gemeinsam auszuprobieren, wie Abläufe einmal ganz anders aussehen können als sonst. Experimentieren Sie miteinander und geben sich und Ihrer Familie die Chance, Neues miteinander zu entdecken. Vielleicht stellen Sie fest, dass ein Familienmitglied ein freiwilliger Frühaufsteher ist und alle anderen mit Frühstück versorgt? Was auch immer Sie miteinander erleben, geben Sie sich und Ihrer Familie die Möglichkeit, neu zu entdecken, welche tollen Fähigkeiten in Jedem schlummern und was Ihnen gemeinsam gut tut. Nehmen Sie sich gemeinsam kleine Projekte vor und beleben alte, vielleicht in Vergessenheit geratene Dinge wieder (Vorlesen, gemeinsames Spiel). Achten Sie auch darauf, dass jeder genug Zeit für sich alleine hat und Sie als Eltern etwas für sich tun können.

Alltag in Zeiten von Corona heißt eben, sich neue Strukturen und Gewohnheiten zu schaffen und dabei die Chance wahrzunehmen, zu entdecken, dass Veränderung auch gut tun kann. Wir wünschen Ihnen dabei viel Mut, Freude und Durchhaltevermögen.

Eine sehr gutes Infoblatt der Aetas Kinderstiftung zum Thema: "Kindern Orientierung geben" finden sie ja.gif... hier

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einblenden Kinder und Corona-Ängste – Sollten Ängste angesprochen oder vorsorglich zurückgehalten werden?

Die Kinder erleben aktuell, sehr viel Unsicherheit, weil ihre gewohnten Tagesstrukturen und Freizeitaktivitäten nicht mehr möglich sind. Auch die Erwachsenen verhalten sich plötzlich ganz anders. Die Kinder kennen Sie als Erwachsene ganz genau und merken sofort, ob Sie besorgt, ängstlich oder wütend sind. Deswegen ist es wichtig, den Kindern nichts vor zu machen, sondern ihnen ehrlich Auskunft zu geben.

Achten Sie aber darauf, dass Sie gegenüber den Kindern die eigenen Ängste kontrollieren, um die Kinder nicht mit Ihren Gefühlen zu überfluten. Die Kinder wenden sich ja in dieser Situation an Sie als Eltern, um von Ihnen Sicherheit und Geborgenheit zu erfahren.

Sollten Ihnen die eigenen Gefühle über den Kopf wachsen, holen Sie sich Unterstützung durch den Austausch mit anderen Erwachsenen. Manchmal können auch Entspannungstechniken zur Beruhigung helfen. Sie können unter „YouTube“ oder „Spotify“ im Internet „Autogenes Training“ oder „Progressive Muskelentspannung“ oder „Phantasiereisen“ herunterladen, die helfen können, den Körper und damit auch die Seele zu beruhigen.

Wenn Sie mit den Kindern über die Situation sprechen, ist es wichtig, dass Sie auf alle Fragen der Kinder ehrlich und ohne Wertung eingehen. Teilen Sie den Kindern mit, warum alles so anders ist und was die Kinder tun können, damit das Virus nicht so viele Menschen krank machen kann. Wissen gibt Sicherheit und die Kinder werden sich lieber an Regeln halten, die sie auch verstehen.

Achten Sie darauf, wann es den Kindern zu viel wird und geben Sie den Kindern die Erlaubnis, ihre Gefühle zu zeigen. Sätze wie: „Du brauchst keine Angst zu haben“, „Wein doch nicht“ oder die Wut zu verbieten sind nicht hilfreich. Zeigen Sie Verständnis für die Gefühle der Kinder, und verbinden Sie sich darüber mit den Kindern. Sie können z.B. sagen: „Ich sehe, dass Du traurig bist. Mir geht es auch so“. „Ich kann Deine Wut so gut verstehen, es wäre so schön, wenn ….“, „Auch ich habe manchmal Angst. Weißt Du, was ich dann mache ….“ Meist lassen sich Kinder gerne durch die wertschätzende Nähe der Eltern trösten.

Mittlerweile gibt es einige Videos im Internet, die mithelfen können, Kindern den Umgang mit dem Virus zu erklären. Die Stadt Wien z.B. hat ein sehr schönes Video veröffentlicht, das man auf YouTube gemeinsam schauen und dann darüber sprechen kann.

Eine sehr gutes Infoblatt der Aetas Kinderstiftung zum Thema: "Kindern Corona erklären" finden sie ja.gif... hier

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einblenden Schule und Hausaufgaben - Wie können Sie ihre Kinder angemessen beim Lernen unterstützen?

Schule aus, wir gehn nachhaus!So heißt es dieser Tage in der Corona-Krise. Was viele Kinder als Ferien verstehen, sind allerdings keine. Denn das Lernen soll bis zu den Osterferien zuhause stattfinden. Dafür werden sie von ihren Lehrkräften mit Unterrichtmaterialien versorgt. Dieser Zustand stellt Eltern vor ganz neue Herausforderungen. Während früher „nur“ Hausaufgaben zuhause gemacht werden mussten, soll nun regelmäßig deutlich mehr Schulstoff bearbeitet werden.

Wichtig für Sie als Eltern ist:

einblenden Familie und Freunde - Mit wem darf mein Kind nun noch spielen?

Kinder brauchen Sozialkontakte. Für sie ist es besonders schlimm, dass nun Schulen oder Kindertagesstätten geschlossen haben. Großeltern dürfen nicht mehr besucht werden und viele Kinder haben zu Hause nicht einmal Geschwister, mit denen sie spielen können. Die Eltern sind nun meist zu Hause, müssen aber oft im Homeoffice arbeiten. Draußen sind die Spielplätze geschlossen und die Kinder dürfen auch nicht mehr mit größeren Gruppen auf dem Hof oder im privaten Garten spielen (Ausnahme nur, wenn es Geschwister sind). Das ist eine schwierige Situation, die den Familien da abverlangt wird.

Zum jetzigen Zeitpunkt halten wir Treffen mit dem besten Freund/der besten Freundin für vertretbar, wenn diese Kinder bislang sowieso miteinander gespielt haben. Es sollten sich aber immer nur diese beiden Kinder treffen, damit es keine Durchmischung gibt und das Virus sich nicht ausbreiten kann. Falls jemand in der Familie Anzeichen einer Erkältung hat, muss der Kontakt mit dem Kind aus dieser Familie für eine Zeit von wenigstens zwei Wochen ausgesetzt werden.

Dasselbe gilt, wenn sich herausstellt, dass jemand Kontakt zu einem Corona-Erkrankten hatte. Auch für Familien mit Kindern gilt die medizinische Vorgabe: je kleiner die Gruppe ist, in der wir bleiben, desto besser ist es.

Sollte sich die Gefährdungslage im Land zuspitzen, könnten auch massivere Einschränkungen auf uns zukommen. Dann können leider auch diese Sozialkontakte nicht mehr aufrecht erhalten werden.Über Face-Time und Skype können sich die Freunde wenigstens sehen und sprechen. Je besser sich alle an die Regeln halten, desto schneller geht diese Zeit auch wieder vorbei. Darüber hinaus werden sich alle Kinder freuen, wenn ihre Eltern die Zeit finden, um selbst mit ihnen zu spielen. Daran werden sich die Kinder bestimmt auch später gerne zurück erinnern.

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einblenden Kinder und Corona-Ängste - Kann die Oma denn sterben, wenn sie dieses Corona kriegt?

Kinder merken, dass die Erwachsenen nun viel über den Corona-Virus sprechen. In den Nachrichten hören sie, wieviele Menschen gerade daran verstorben sind und in den Zeitungen stehen Leitartikel wie „Es geht um Leben und Tod“. Bei Kindern löst das diffuse Ängste aus. Es ist Zeit mit ihnen darüber zu reden – aber wie?

Wenn Sie merken, dass ihr Kind schon etwas über die Krankheit Corona gehört hat, fragen Sie es, was es denn darüber weiß und denkt. So erfahren sie am besten, ob ihr Kind verängstigt ist und ob es sich Sorgen macht. Und Sie merken auch, ob Sie irgendwo einhaken und aufklären müssen.

Sprechen Kinder von selbst die Angst an, die Großeltern oder andere aus der Familie könnten daran sterben, gilt es, die Angst nicht klein zu reden. Ihr Kind setzt sich dann offenbar mit dem Thema Tod auseinander. Greifen Sie das auf, fühlt ihr Kind sich darin gesehen und ernst genommen.

Sie können Ihr Kind beruhigen, falls es Angst hat, selbst gefährdet zu sein. Bei gesunden Kindern zeigt sich Corona eher als leichte Erkältung. Jüngere Menschen scheinen deutlich weniger gefährdet als ältere und solche, die schon an einer anderen Krankheit leiden. Schon immer war es so, dass eine Krankheit für ältere Menschen schlimmer ausgehen kann. Wir alle werden irgendwann sterben und immer wird eine Krankheit die Ursache sein.

Reden über den Tod ist heutzutage nur selten Teil der Erziehung, weil Eltern ihre Kinder vor dessen Schrecken schützen möchten. Trauerbegleiter raten aber, Kinder schon frühzeitig – auch ohne konkreten Anlass – mit dem Tod vertraut zu machen. Das macht es einfacher wenn der Tod irgendwann mal Realität wird. Wenn Kinder auch darüber Bescheid wissen, sind sie besser vorbereitet. In einer Situation, wo noch niemand ernsthaft erkrankt ist, können die Eltern auch am besten Ruhe, Stärke, Zuversicht und Schutz vermitteln. Nehmen Sie ihr Kind bei dem Gespräch auf den Schoß oder in den Arm, dann fühlt es sich auch bei diesem schweren Thema sicher und geborgen.

Beantworten Sie möglichst offen alle Fragen, die in dem Moment entstehen. Aber gehen Sie immer nur so weit, wie die Fragen von Ihrem Kind selbst kommen. Spricht es selbst nicht über dieses Thema oder werden ihm Ihre Erläuterungen irgendwann zu viel, sollten Sie es nicht aktiv bedrängen oder von sich aus auf diese Gefahr hinweisen. Aber bleiben Sie Ihrem Kind gegenüber aufmerksam, damit Sie reagieren können, sobald es das Thema beschäftigt oder es neue Fragen stellt.

Ihr Kind sollte aber auch wissen, dass man an Corona nicht gleich stirbt, wenn man es doch bekommt und dass das auch bei alten Menschen selten der Fall ist.

Zum Glück ist meist noch niemand erkrankt und Sie können gemeinsam viel dafür tun, dass das auch so bleibt.

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einblenden Getrennte Eltern - Wie können Sie jetzt den Umgang Ihrer Kinder zum anderen Elternteil gestalten?

Viele getrennt lebende Eltern sind zurzeit verunsichert, wie sie den Umgang während der Corona-Pandemie gestalten sollen. Wie können sie ihre Kinder schützen?

Auch während der Kontaktsperre besteht weiterhin das Umgangsrecht zwischen Kindern und beiden Elternteilen. Sie greift in den privaten Bereich nicht ein. Gerichtliche oder auch anderweitige Umgangsvereinbarungen behalten ihre Gültigkeit.

Dabei gilt es, die allgemeingültigen Schutzmaßnahmen bezüglich der Coronaansteckung einzuhalten, insbesondere hinsichtlich der besonders gefährdeten Personen, z. B. wenn Oma oder Opa bei einem Elternteil mit im Haushalt leben.

Die Sorge, dass ein Kind sich während der Übergabe ansteckt oder auf dem Weg zum anderen Elternteil verunfallt und dann nicht im herkömmlichen Sinne medizinisch behandelt werden könnte, gelten nicht als Grund für einen ausgesetzten Umgang.

Sollten der Krise geschuldet die vereinbarten Umgangsregelungen nicht mehr eingehalten werden können, weil z.B. die Mobilität durch öffentliche Verkehrsmittel eingeschränkt ist, sollten sich Eltern darüber mit dem anderen Elternteil austauschen und über eine Abänderung einigen. Gleiches gilt, wenn Urlaubsreisen, die für die Osterferien geplant waren, abgesagt werden müssen.

Wenn der Umgang also nicht wie gewohnt stattfinden kann, sind auch kreative Ideen wie Kommunikation via Skype, Facetime oder auch den Kontakt über das Telefon zu ermöglichen, willkommen.

In dieser noch nicht dagewesenen Ausnahmesituation sollen sich Eltern auf ihre gemeinsame Elternverantwortung besinnen und sich gegenseitig im Sinne ihrer Kinder auf ein u. U. angepasstes Umgangs- und Betreuungsangebot einigen.

Dem Text liegen Quellen des Bundesministeriums für Justiz und Verwaltung, der Landesregierung NRW und dem Verein alleinerziehender Mütter und Väter zu Grunde (zu finden unter: https://www.vamv.de/vamv-startseite/met). Eine Verlinkung der Quellen erfolgt nach Gestattung durch die Herausgeber.

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einblenden Familie und Jugendliche - Was tun, damit Jugendliche in Zeiten von Corona zu Hause bleiben?

Jugendliche wollen nach draußen, um Gleichaltrige zu treffen. Signalisieren Sie Ihrem Sohn/Ihrer Tochter, dass sie diesen Wunsch gut verstehen können. Im Jugendalter gehört es dazu, sich mit Gleichaltrigen zu treffen, um die Fähigkeit zu entwickeln, sich in einer Gruppe Gleichaltriger beweisen zu können.

Da allerorten zu lesen und zu hören ist, dass das Virus Kindern und Jugendlichen weniger anhaben kann als älteren Menschen, denken Jugendliche häufig, sie blieben davon verschont. Daher fällt es ihnen schwer, sich an das Kontaktverbot zu halten und sie treffen sich eben doch mit der Freundin oder der Clique und kümmern sich weniger um die Ansteckungsgefahr.

Zu diesem Thema kann man gerade den älteren  Kindern und Jugendlichen gut erklären, dass die älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehr häufig Überträger der Krankheit sind. Diese Gruppe bemerkt die Erkrankung häufig gar nicht. Fast ein Drittel trägt jedoch den Virus in sich. Selbst wenn leichtere Symptome wie Husten auftreten, kann das erst bis zu 14 Tagen nach der Ansteckung erfolgen.

Dies können Sie mit Ihrem pubertierendem Kind besprechen und ihm ebenso die Frage stellen, wie es reagieren würde, wenn ein naher Verwandter oder guter Freund der Familie von einem schweren Krankheitsverlauf betroffen wäre.

Überlegen Sie mit dem Jugendlichen, wie er/sie den Kontakt mit FreundInnen halten kann und schlagen Sie vor, dies über soziale Medien zu tun oder auch Skype oder Facetime zu nutzen. Es ist auch wichtig, den Bewegungsdrang zu befriedigen. Seien Sie hier erst einmal froh, dass ihr Kind einen Bewegungsdrang zeigt.

Wenn es gar nicht anders geht, überlegen Sie gemeinsam mit dem/der Jugendlichen, wie ein Ausgang aussehen könnte. In die Familienausflüge werden sich die Jugendlichen nur widerwillig integrieren lassen. Und dadurch wird das natürliche Verlangen nach  Kontakt mit Gleichaltrigen, das Jugendliche in dieser Lebensphase nun einmal  haben, auch nicht gestillt.

Um den Bedürfnissen des/der Jugendlichen gerecht zu werden und gleichzeitig der dringenden Bitte des Bundes soziale Kontakte zu vermeiden, nachzukommen, können Sie vereinbaren, dass Ihr jugendliches Kind nur in Begleitung eines/einer Freund/Freundin nach draußen geht. Kommen Sie auch mit Ihrem Sohn/Ihrer Tochter darüber ins Gespräch, dass er/sie in der Coronazeit eben nicht alle FreundInnen treffen kann, um nicht immer wieder neue Kontakte und damit neue Ansteckungswege herzustellen.

Besprechen Sie welcher Sicherheitsabstand auf jeden Fall und immer!!! einzuhalten ist und dass der Kontakt eben nur draußen stattfinden kann. Es werden im Allgemeinen zwei Meter Abstand empfohlen. Nach einem Kontakt sind bei Heimkehr die üblichen Hygienemaßnahmen zu beachten.

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einblenden Eltern und Belastungen - Was können wir Tun, um den Anforderungen in der Familie gerecht zu werden?

Natürlich ist die aktuelle Situation für Familien auch anstrengend und kräftezehrend, Daher ist es jetzt umso wichtiger, dass Sie als Mutter oder Vater auch gut für sich sorgen, denn nur wenn sie gesund und stabil bleiben, können Sie auch weiterhin für Ihre Familie da sein.

Achten Sie daher auf ausreichend Schlaf und Pausen. Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, sich mit ihrem Partner in der Betreuung der Kinder abzuwechseln, so dass jeder einmal eine kleine Auszeit nehmen kann. Sollte das nicht möglich sein, gibt es vielleicht die Möglichkeit, dass jemand im Freundeskreis die Kinder für eine Weile beschäftigt – das ist auch online möglich. Hilfen dazu werden teils auch in Nachbarschaftsnetzwerk der sozialen Medien angeboten.

Gehen Sie an die frische Luft und treiben Sie Sport. Das ist ja auch gemeinsam als Familie möglich. Auch im Internet finden Sie viele Angebote für Online Sportangebote, die teils sogar kostenfrei sind.

Achten Sie auf gesunde Ernährung. Vielleicht nutzen Sie die Situation, mehr Zeit zu Hause verbringen zu müssen, um wieder mehr Zeit zur Zubereitung frischer Speisen zu haben und beziehen ihre Kinder in diese Tätigkeit ein.

Genießen Sie Kleinigkeiten, die vielleicht sonst wenig Beachtung finden. Vielleicht hilft es Ihnen auch, alleine oder gemeinsam mit Ihrer Familie, jeden Abend etwas zu benennen, das Ihnen an diesem Tag Freude gemacht oder gut getan hat.

Achten Sie darauf, was Ihnen gut tut – das kann für Jeden etwas anderes sein: ein Telefonat mit der Freundin, dem Freund oder ein paar Momente für sich allein mit einer Tasse Tee oder ein Spaziergang. Vielen von uns hilft es auch, bestimmte Routinen beizubehalten und das Gefühl zu haben, etwas Nützliches getan zu haben. Sollten Sie weiterhin ihrer Berufstätigkeit nachgehen, ist das wahrscheinlich ohnehin der Fall – lassen sie sich nicht überfordern und machen sich klar, was sie alles geleistet haben. Sollten Sie im home office arbeiten, gilt es eine Balance zu finden und die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben zu ziehen. Insbesondere wenn diese Art des Arbeitens neu für Sie ist, ist es wichtig, sich hier eine Struktur zu schaffen.

Sollten Sie zurzeit weniger beruflich gefordert sein und haben dadurch mehr Zeit, kann es Freude machen, Andere zu unterstützen oder sich etwas vorzunehmen, was bislang immer zu kurz kam. Achten Sie aber darauf, dass sie sich nicht zu sehr in Aktivität stürzen. Einerseits kann man die Zeit der Krise nutzen, um sinnvolle Veränderungen in Gang zu bringen, andererseits sollte man aber auch darauf achten, sich nicht zu überfordern. Fragen Sie sich, welche Tätigkeit Ihnen Freude und Zufriedenheit schenkt. Das Motto könnte lauten „alles kann, nichts muss..“

Ein kostenfreies Online-Angebot für "Yoga - Interessierte" finden sie unter:

www.yogaya.de/durchatmen-und-auftanken

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einblenden Familie und Konflikte - Was tun bei Konflikten in der Familie

(Wenn Sie auf die Links klicken, erhalten sie weitere Informationen. Diese müssen Sie wieder schließen, bevor sie weiterlesen können.)

Gerade in Zeiten von Corona verbringen Familien viel Zeit auf engem Raum Zuhause. Das führt schnell zu Streit und Auseinandersetzungen. Hier ein paar Anregungen wie Sie einer Eskalation vorbeugen können. Wenn sich ein Streit anbahnt:

Bitte beachten Sie, dass Sie Ihre Überlegungen und Maßnahmen nicht als Strafe, sondern als konstruktiven Beitrag aussprechen werden. Suchen Sie sich die Unterstützung von anderen Menschen oder Institutionen, denen Sie vertrauen oder die Erfahrung mit den Themen haben.

Wichtig: Viele Eltern schämen sich, wenn sie scheinbar unlösbare Konflikte mit ihren jugendlichen Kindern haben. Sie haben oft den Eindruck, versagt zu haben und reden daher nicht mit Anderen über diese Schwierigkeiten. Sie sind verantwortlich für das, was Sie Ihren Kindern deutlich machen. Sie sind jedoch nicht dafür verantwortlich, dass alles eins zu eins umgesetzt wird. Seien und bleiben Sie beharrlich dabei, Vorschläge von Ihrem Kind für eine Lösung hören zu wollen. Das, worum es Ihnen meist geht, hat mit Werten und Regeln zu tun, die nicht nur persönlich sind, sondern mit Gemeinschaft verbunden sind. So ist es auch folgerichtig, dass Ihre Kinder auch bei der Lösung der Probleme beteiligt ist.

Dadurch ist auch Ihr Konflikt mit Ihren Kindern von der rein persönlichen Ebene auf die soziale Ebene verlagert. Sie sind nicht mehr alleine und das verstärkt Ihre Anliegen. Der Vorwurf Ihres Kindes „Du bist gemein“ oder „Du bist ungerecht“ ist auf der sozialen Ebene nicht mehr so leicht aufrecht zu erhalten.

In Zeiten von Corona können moderne Hilfsmittel wie Smartphone und PC (z.B. Skype) sehr hilfreich sein: „Ich habe da gerade Onkel…am Telefon (auf laut stellen), der möchte Dir dazu auch mal etwas sagen…“ Wie gesagt, es geht nicht darum, Ihr Kind unter Druck zu setzen - die Dazu-Geholten sollten Ihrem Kind nur auch deutlich machen, dass sie sich um es bemühen und es ihnen ebenfalls wichtig ist.

Wir möchten Sie ermutigen, Ihren Kindern gegenüber Präsenz zu zeigen, indem Sie für Ihre Überzeugungen und Anliegen eintreten. Sie leisten Widerstand gegen deren destruktives Verhalten und versuchen, Ihre Kinder  dazu zu gewinnen, sich daran zu beteiligen und konstruktive Alternativen aufzuzeigen. Ihre Beharrlichkeit und Ihre Präsenz gegenüber Ihrem Kind macht oft mehr aus, als noch mehr oder immer stärkere Sanktionen, die den Konflikt nur noch verschärfen.

Sollten Sie einmal die Geduld verloren  haben oder sich zu etwas hinreißen lassen haben, was Sie später bereuen, entschuldigen Sie sich bei Ihrem Kind. Sie verlieren nicht Ihr Gesicht, wenn Sie das tun, sondern im Gegenteil: Sie zeigen ihm, dass man auch seine Fehler zugeben kann - das ist ein Weg aufeinander zu und verbindet, anstatt zu trennen.

Wir wünschen Ihnen Mut, in derart schwierigen Situationen etwas Neues auszuprobieren, auch nach dem Motto:

Höre auf mit dem, was in der Vergangenheit nicht funktioniert hat und mache mehr davon, was gut funktioniert.

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einblenden Besteht nun die Gefahr von Corona-Koller und häuslicher Gewalt?

Wenn Familien lange zusammen sind und wenig Ausweichmöglichkeiten haben, können schon länger bestehende Konflikte ausbrechen. Kommt dann noch Stress dazu, kann es auch zu gewaltsamen Entladungen kommen. Der Polizei ist das schon lange aus der Weihnachtszeit bekannt, wo sich die Anzeigen häufen.

Darum haben viele Fachleute erwartet, dass es nun auch zu einem Zuwachs an Gewalt kommen wird. Doch die Datenlage gibt das bislang nicht her. Im Gegenteil: Im Zeitraum vom 1.3.2020 bis zum 5.4.2020 sind die Anzeigen bei der Polizei wegen häuslicher Gewalt in NRW um 29 Prozent zurück gegangen.

Allerdings haben Sofortnachrichten über das Internet an entsprechende Hilfsstellen in ganz Europa zugenommen. Diese Tatsache könnte bedeuten, dass Opfer sich nicht trauen, im Beisein ihres Peinigers zu telefonieren. Am Computer geht der Hilferuf unauffälliger ein. Die Anzeigen könnten auch zurück gegangen sein, weil die soziale Kontrolle weggefallen ist, seit Schule und Kita geschlossen haben. Bei eingeschränkter Öffentlichkeit werden Verletzungen auch weniger bemerkt.

Das tatsächliche Ausmaß von Gewalt wird erst sichtbar, wenn die Kontaktsperren aufgehoben werden. Aus Wuhan gibt es bereits diese Daten. Die dortige Frauenrechtsorganisation Weiping registrierte dreimal so viele Opfer von häuslicher Gewalt in der Zeit der Ausgangssperre. Etliche Frauen reichten anschließend die Scheidung ein.

Was kann man tun, damit es nicht so weit kommt?

Seien Sie nachsichtig mit sich und den anderen. Legen Sie nicht jedes Wort auf die Goldwaage. Weihnachten ist auch deshalb so schwierig, weil alle Harmonie und Heile Welt erwarten. Das lässt sich aber nicht lange durchhalten.

Schaffen Sie sich einen Rückzugsraum. Das kann auch mal das Badezimmer, der Hobbykeller, der Garten oder der Balkon sein.

Reden Sie über das, was Sie ängstigt, stresst und frustriert. Sonst erzeugt Frust schnell Aggression.

Bleiben Sie in Kontakt mit anderen Personen über Telefon oder Internet. Ihr Partner kann nicht alle Bedürfnisse erfüllen, und manches versteht ein anderer eventuell besser. Das können gute Freunde oder Personen aus der erweiterten Familie sein. Sie können sich aber auch an unsere Beratungsstelle wenden oder andere Not-Telefonnummern, die auf unserer Homepage angegeben sind.

Trinken Sie nicht uneingeschränkt Alkohol. Bei vielen senkt Alkohol die Hemmschwelle und die Impulskontrolle. Der Konsum von Alkohol erhöht nachweislich das Risiko, als Opfer oder Täter mit Gewalt in Berührung zu kommen. Zwar verringern sich Angstgefühle, doch auch die Fähigkeiten zur Konfliktbewältigung.

Bewegen Sie sich. Durch Bewegung wird Stress abgebaut. Es ist das beste Mittel, um herunterzukommen. Viele mögen es, durch die Natur zu gehen. Das erdet und hilft gegen das Gefühl, eingesperrt zu sein. Die frühlingshaft knospenden Blätter und Blüten machen beruhigend sichtbar, dass das Leben weiter geht. Und bislang strahlt die Sonne dazu. Für Regentage bietet das Internet gerade zur Corona-Zeit etliche kostenlose Anleitungen, um sich zu bewegen. Für Erwachsene und auch für Kinder.

Auch wenn bei Ihnen selbst alles in Ordnung ist, können Sie helfen. Achten Sie auf Ihre Nachbarn. Wenn Sie Anzeichen von Gewalt bemerken, zögern Sie nicht, Hilfe zu rufen. Das gilt erst recht, wenn Sie selbst betroffen sind! Die Polizei kann den Täter der Wohnung verweisen und ein gerichtliches Näherungsverbot für Sie bewirken. Nähere Auskunft erteilt auch der Weiße Ring mit dem Opfer-Telefon 116006 von 7 bis 22 Uhr oder (auch anonym) online unter www.weisser-ring.de/corona.

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... Bleiben Sie gesund und schauen Sie nochmals vorbei, bald gibt es neue Beiträge.

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